Der Domschatz von St. Stephan DeutschрусскийEnglish

Valentinskapelle und romanische Turmkammer
Seit dem Jahr 1900 wird in der Valentinskapelle der Reliquienschatz von St. Stephan aufbewahrt. Benannt ist die Kapelle nach dem Heiligen, dessen gläserner Sarkophag sich in der Mitte des Raumes befindet. Bei der Restaurierung der Kapelle in den Jahren 2012 und 2013 wurden hier Graffiti freigelegt, die von studentischen Bräuchen im späten Mittelalter berichten. Auf vier iPads können Sie mehr über ausgewählte Objekte sowie die Lebensgeschichte Ihres Namensheiligen 
erfahren.
 
Der Reliquienschatz von St. Stephan
Als Reliquien werden Körperteile oder Gegenstände aus dem persönlichen Besitz von Heiligen bezeichnet. Von ihnen erhoffen sich bis heute Menschen Heilung und Schutz. Die Verehrung von Reliquien ist indes nicht nur im Christentum verbreitet, sondern ebenso im Buddhismus und im schiitischen Islam.

Im Mittelalter bemaß sich das Ansehen einer Kirche zu einem erheblichen Teil nach der Bedeutung der in ihr verwahrten Reliquien. Rudolf IV. stiftete daher nicht nur das Domkapitel von St. Stephan, er überließ dem Dom auch seine bedeutende Reliquiensammlung. Diese wurde im Laufe der Jahrhunderte immer mehr erweitert, wobei viele der historischen, meist aus Gold gefertigten Behältnisse leider bei diversen kriegerischen Auseinandersetzungen durch verordnetes Einschmelzen verloren gegangen sind. Ein Großteil der prachtvoll gestalteten Reliquiare, die Sie heute in der Valentinskapelle sehen können, stammt daher aus der Zeit nach der Besetzung Wiens durch Napoleon im Jahre 1809.
 
Privatsammlung Lambrichs

Während der Restaurierung der Valentinskapelle wurde ein Übergang in die benachbarte romanische Turmkammer geschaffen, die nun die Prunkstücke der Reliquiensammlung von Dechant Mag. Thomas Lambrichs, Pfarrer im Wiener Bezirk Erdberg, beherbergt.

Die Sammlung umfasst Reliquiare vom Spätmittelalter bis heute. Dies ermöglicht einen außergewöhnlich umfassenden Blick darauf, wie unterschiedlich Generationen von Goldschmieden, Gießern und Schreinern die Aufgabe, ein würdiges Behältnis für die Gebeine der Heiligen zu schaffen, umgesetzt haben.

Stephanus-Reliquiar
um 1330 (großes Bild links)

Reliquiare Papst Urban I.
sowie der Hll. Kosmas und Damian

um 1900

Reliquiar des
Apostels Matthias

um 1900

Blick in die romanische Turmkammer

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Kirchenmeisteramt der Domkirche St. Stephan zu Wien | Stephansplatz 3 | 1010 Wien | Telefon: +43 1 51552-3054 | info@der-domschatz-kehrt-zurueck.at
Graphikdesign: Roman Gerhardt | www.kailuweit-kultur.com